|
Disclaimber / Archiv

Haare färben mit Henna
Schon vor 5000 Jahren benutzten die Ägypterinnen Naturfärbemittel wie
Henna.
Der Farbstoff wird aus dem Hennastrauch gewonnen, der zur Familie der
Weiderichgewächse gehört. Bei Pflanzenfarben braucht man keine Angst vor
Haarschäden zu haben. Allerdings sind pflanzliche Haarfärbeprodukte manchmal
etwas umständlich in der Anwendung und die Farbwirkung ist nicht genau
vorhersehbar. Hennapaste auf naturblondem Haar ergibt einen Orangeton, auf
dunklem Haar wirkt die Farbe weniger intensiv.
So färbst Du eine Haarsträhne:
- Wasche dir die Haare und trockne sie mit einem Handtuch
- Verrühre 10g Hennapulver mit 3 Esslöffeln kochendem Wasser zu einem sämigen
Brei. Heißer schwarzer Tee anstelle von Wasser verstärkt den Rotton.
- Teile eine Strähne ab und trage den Farbbrei warm auf das noch feuchte
Haar auf. Verwende dabei Handschuhe.
- Decke die Strähne mit Folie ab und halte sie warm. Der Farbbrei muß eine
Stunde einwirken.
- Spüle die Farbreste mit Wasser aus und wasche die Haare noch mal mit
Shampoo und trockne sie wie gewohnt.
Punksträhnen mit Lebensmittelfarben
Mit Lebensmittelfarben kann man auch die Haare knallbunt färben. Trage dabei
Einweghandschuhe sonst hast du lange Zeit bunte Hände.
- Suche dir eine Farbe aus und rühre sie in ein Haargel ein
- Teile mit dem Kamm eine Haarsträhne ab, lege ein Stück Alufolie unter
die Strähne und trage die farbige Gelmasse auf
- Entferne die Folie nach ca. 5 Minuten, damit das Gel richtig trocknet,
fertig.
Vorsicht!
Die Lebensmittelfarben sind nicht wasserfest. Beim Haarewaschen verschwindet die
Farbe sofort wieder.
[Seitenanfang]

Ostereier färben mit Lebensmittelfarben
Wer richtig bunte Eier mag, sollte Pflanzen- oder Lebensmittelfarben benutzen.
Zum Färben müssen die Eier etwa 5 – 10 Minuten im gewünschten Farbsud kochen. Damit die Farbe überhaupt an den Eiern haften und schön satt werden kann muss dem Kochwasser Essig zugefügt werden. Schöne Glanzeffekte erzielt man, wenn man die Eier nach dem Färben mit einer Speckschwarte einreibt und poliert.
[Seitenanfang]

Färben von Wolle und Seide
Die Pflanzenfärberei gehört mit zu den ältesten Handwerken und es ist sehr begrüßenswert, dass man sie seit einiger Zeit wieder stärker pflegt. Bei sorgfältigem Arbeiten und der richtigen Auswahl der Pflanzen sind diese Farben wasch- und lichtecht. Unser wichtigstes chemisches Hilfsmittel ist das Alaun oder Kaliumaluminiumsulfat. Es erschließt die Faser und macht die Farbe haltbar und klar, es ist als Beizsalz nicht wegzudenken. Auf andere zum Teil auch bedenkliche Beizsalze wie Kaliumdichromat wollen wir verzichten.
Vorbereitung zum Färben
Sehr gut bewährt zum Färben hat sich der elektrische Einkochtopf mit Thermostat. Man kann aber auch in anderen alten Wäschetöpfen färben. Man braucht noch Gummihandschuhe, alte Kochlöffel, eine Waage und alte Gefäße zum Anrühren der Färbechemikalien.
Das Beizen
Vor dem Färben muss in den meisten Fällen die Faser "gebeizt" werden. Grundsätzlich
muss das Beizmittel gut in heißem Wasser aufgelöst werden, bevor es dem Wasserbad zugefügt wird. Für 100g Faser benötigt man etwa 1-2 l Wasser, d.h. die Faser sollte gut mit Wasser bedeckt sein. Nun kocht man die Faser 1 h in der Beize und drückt sie anschließend gut aus.
Das Färben
Die zum Färben geeigneten Pflanzen werden zerkleinert und mit Wasser bedeckt, einige Stunden stehen gelassen und dann 1 h gekocht. Den Farbsud
läst man über Nacht ziehen, filtriert dann ab und füllt mit soviel Wasser auf, dass die zu färbende Faser bedeckt ist. Nun kommt es darauf an was in den einzelnen Rezepten angegeben ist.
Die Wolle wird in feuchtem Zustand in das Färbebad gelegt und nun langsam zum Kochen gebracht. Eine Stunde lang wird sie sanft gekocht. Nach dem Färben spült man die Wolle mit fallenden Temperaturen solange bis das Spülbad klar ist, dann wird mit Essig fixiert.
Färben auf Seide
Als Faustregel gilt: Nie heißer als 70°C färben. Dann behält die Seide ihren kostbaren Glanz. Die Seide
sollte gut bewegt werden, damit sie nicht fleckig wird färbt man sie nie länger als 20-30 Minuten, anschließend gut spülen und durch heißes Bügeln fixieren. Alle Färbehölzer eignen sich besonders gut zum Färben auf Seide.
Das Entwickeln
Wünscht man eine weitere Farbveränderung wird die Faser nach dem Färben - ohne
vorher auszuspülen - in dem Farbsud unter Hinzufügen von Entwicklungssalz (Eisensulfat, Pottasche) 15 Minuten weitergekocht.
Anschließend wird gründlich gespült und mit einem Essigspülbad fixiert.
Rezepte:
Färberkamille - klares, reines Gelb
Beize: 500g Wolle, 90g Alaun, 15l Wasser, 1h kochen
Färben: 500g getrocknete Kamilleblüten
Entwicklung: mit 35g Eisensulfat, olivgrün
Blauholz - blau bis blauviolett
Beize: 500g Wolle, 75g Alaun, 15l Wasser, 1h kochen
Färben: 200g Blauholz, 500g gebeizte Wolle
Probieren sie auch eine Färbung ohne Beize!
Rotholz - warmes Rot
Beize: 500g Wolle oder Seide, 75g Alaun, 15l Wasser, 1h kochen
Färben: 500g Rotholz, 500g gebeizte Wolle
Man sollte unbedingt auch das Färben mit Seide probieren, ergibt ein tolles warmes Rot.
Gelbholz - schönes, klares Gelb
Beize: 500g Wolle, 75g Alaun, 15l Wasser, 1h kochen
Färben: 500g Gelbholz, 500g gebeizte Wolle
[Seitenanfang]

Malen mit Pflanzenfarben
Neben einer starken Farbwirkung sind auch aus gesundheitlichen Gesichtspunkten die Farbextrakte folgender Pflanzen besonders geeignet:
 | Gelb: Wilder Safran und Gardenia |
 | Rot: Paprika und rote Bete |
 | Violett: Holunder |
 | Blau: Blaukraut und japanische Blaualge |
 | Grün: Blattgrün und Brennessel |
 | Braun: Färberdistel und Indische Dattel |
 |
Schwarz: Pflanzenkohle |
Unsere Pflanzenfarben sind aus Blüten, Blättern, Früchten und Wurzeln hergestellt und außerordentlich intensiv. Flecken auf Textilien könnten im Einzelfall schlecht zu entfernen sein und sollten deshalb vermieden werden.
Als Bindemittel verwenden wir Maltodextrin, das im wesentlichen aus Glucosemolekülen aufgebaut ist. Um die Farben streichfähig zu machen wird nur Wasser als Lösemittel verwendet.
Die Pflanzenfarben HT können nicht nur als Wasserfarben verwendet werden, sondern auch für die Herstellung von Theaterschminke, Fingerfarben, bunter Knete, Glasfarben und vieles mehr.
[Seitenanfang]

Rezepte für die Verwendung von Pflanzenfarbe HT
Malfarbe
Geben Sie etwas Pflanzenfarbe HT in ein kleines Gefäß und mischen Sie mit etwas Wasser - fertig!
Fingerfarben
Für Fingerfarben sind geeignet:
Wilder Safran, Rote Bete, Blaukraut, Blattgün, Indische Dattel und Pflanzenkohle.
Als Träger für unsere Fingerfarbe verwenden wir Xanthan. Xanthan ist ein natürliches Verdickungsmittel, das auch in der Kosmetik verwendet wird.
Mischen Sie 1 TL Xanthan
½-1 TL Pflanzenfarbe HT
4 TL Wasser
Die Fingerfarbe sollte immer frisch angerührt werden, weil man sie sonst konservieren
müsste.
Körpermalfarbe
40g Dextrin
40 ml Wasser
4g Glycerin
4g Pflanzenfarbe HT
Dextrin in lauwarmen Wasser gründlich glatt rühren, dann nach und nach das Glycerin und die Farbe einrühren, fertig.
Modelliermasse
Diese Knetmasse kann lange Freude bereiten, denn sie ist im Tiefkühlfach unbegrenzt haltbar. Sie wird umso weicher, je länger sie geknetet wird.
50 g Bienenwachs
25 g Vaseline
20 g Kartoffelstärke
1-2 TL Pflanzenfarbe HT
Bienenwachs in eine leere Dose im Wasserbad erwärmen, Vaseline, Stärke und Pflanzenfarbe einrühren. Die erkaltete Masse
muss ausgiebig verknetet werden, damit sich die Zutaten gut vermischen. (Für dieses Rezept sind auch Erdpigmente als Farbträger verwendbar)
Schminke aus Fertigcremes
15g Creme (z.B. AS Bodycreme)
1 TL Pflanzenfarbe
2 TL Gummi arabicum
15 Tr. Glycerin
In die Creme Pflanzenfarbe, Gummi arabicum und Glycerin einrühren, fertig. Kann gut verschlossen im Kühlschrank aufbewahrt werden.
Glasfarben
Pflanzenfarbe HT - Transparent
Von den anderen Pflanzenfarben unterscheidet sie sich v.a. durch das Fehlen von Titandioxid, denn dieses würde die Farbe trübe erscheinen lassen.
1g Pflanzenfarbe HT - Transparent
1ml Wasser
Farbe und Wasser in einem kleinen Schraubglas verrühren und min. 1h stehen lassen, so lange dauert es bis sich die Farbe völlig gelöst hat, dann die Farbe mit einem Pinsel auftragen.
Die getrocknete Farbe kann mit warmen Wasser wieder abgewaschen werden.
Buntes Badewasser
Einfach Pflanzenfarbe HT-Transparent direkt ins Badewasser geben. Ihre Kinder werden begeistert sein und sich nicht länger vor dem Baden drücken.

Interessante Fertigprodukte mit Pflanzenfarben
 | Kindermalkasten "Living Colors", der erste Malkasten mit reinen Pflanzenfarben |
 | Tintis - die Badewasserfarben mit pflegenden Meeresmineralien, 3 verschiedene
Farben, die untereinander gemischt werden können im 3er oder 9er-Pack |
[Seitenanfang]

 | Bienenwachsbalsame
 |
Reines Bienenwachs wird im Wasserbad geschmolzen und mit der gleichen Menge Balsamterpentinöl oder Citrusschalenöl vermischt. Die Zugabe von Leinölfirnis (10-20%) erhöht die Belastbarkeit der gewachsten Oberfläche. |
|
 | Leinölfirnis
 | Leinölfirnis (hergestellt aus Leinöl durch Verkochung mit Trockenstoffen) ist ein hervorragendes Mittel zur Veredelung von Holzoberflächen. Es bildet einen wasserabweisenden, aber dampfdurchlässigen Film, der das Holz "atmen"
läßt. |
|
 | Leinöl-Lasuren
 | Grundrezept: Leinölfirnis wird mit einem Anteil von min. 5% bis max. 25% Pigmenten verrührt. Die Zugabe von Holzöl und/oder Standöl verbessert die
Oberflächenqualität. |
|
[Seitenanfang]

Rezeptur: 2kg Magerquark mit 90g Borax (gelöst in warmen Wasser) verrühren. Nach 2h wird der Quark-Borax-Brei mit 100g Leinölfirnis emulgiert (bei laufendem Quirl Öl langsam zugeben). Danach den Quark-Borax-Öl-Brei (Kaseintempera) mit 1l Wasser verdünnen.
Zur Einfärbung: in 1l Wasser 1kg - 2kg (stark lasierend bis halb deckend) Farbpulver geben und mit dem Quirl klumpenfrei verrühren. Der Farbbrei wird mit in das oben hergestellten Bindemittel (Kaseintempera) eingerührt- fertig!
[Seitenanfang]

Schwedische Farbe ("Ochsenblut" für Holz)
Rezeptur: 200g Roggenmehl zu Mehlkleister kochen, 800g Erdfarbe (Oxidrot) + 150g Eisenvitriol in heißem Wasser anrühren und heiß in den Mehlkleister einrühren. Eine halbe Stunde kochen und umrühren. Zur Verbesserung der Farbe Zusatz von Tran oder Öl möglich.
[Seitenanfang]

Als Stuccolustro bezeichnet man eine Stuckmarmor ähnliche Putzoberfläche, bei der Kalk als Bindemittel verwendet wird. Der Putzaufbau besteht aus drei Schichten eines Marmormörtels aus pigmentiertem Kalkteig. Die Stuccolustroschichten werden nach dem Erhärten mit einer erwärmten Stahlkelle geglättet und
gewachst.
Untergrundvorbereitung:
Empfehlenswert ist der klassische Kalkputzaufbau oder ein Untergrund aus Sumpfkalkputz.
Auf Gipsputz und Gipsfaserplatten muss Marmorfaserputz als Haftgrund aufgetragen werden.
Verarbeitung:
Die Stuccolustromasse wird zweilagig dünn mit der venezianischen Kelle aufgetragen. Die erste Lage vollflächig ohne großen Druck gleichmäßig plan aufziehen und etwa 10-20 Stunden aushärten lassen. Hierdurch wird der Untergrund geglättet und gefüllt.
Die zweite Lage wird ebenfalls sehr dünn aufgetragen, jedoch nach leichtem Antrocknen unter hohem Druck mit der Kelle "gebügelt". Dadurch entstehen der für Stuccolustro typische Hell-Dunkel-Farbeffekt und die glatte Oberfläche.
Nachbehandlung: Eine Oberflächenimprägnierung kann mit punischem Wachs erreicht werden, das dünn aufgespachtelt und poliert wird. Eine weitere Möglichkeit der Oberflächenimprägnierung besteht darin Glätteseife mit einem weichen Pinsel satt aufzutragen und nach kurzem Anziehen der Seife die Fläche mit der 60°C heißen Kelle zu bügeln und den Überschuss an Seife abzunehmen. Hierdurch entsteht ein hoher Glanz und die Oberfläche wird schmutz- und wasserabweisend.
[Seitenanfang]

ein wunderbar zu formendes und preiswertes Material. Sie benötigen:
 | Eierkartons oder Zeitungen |
 | Wasser |
 | einen grossen Behälter, Eimer oder Wanne |
 | Tapetenkleister |
 | 1 kg Mehl |
Die Herstellung macht schon sehr viel Spass und die Kinder können schon fleissig helfen. Die Eierkartons und die Zeitungen klein reissen und in den Behälter geben, warmes Wasser hinzugeben und die Masse kräftig durchrühren. Über Nacht ruhen lassen. Am nächsten Tag Tapetenkleister unterrühren, das Mehl erhöht die Geschmeidigkeit der Modderpampe. Gewünschte Konsistenz einstellen und schon können Sie mit der Modderpampe formen und Ihrer Phantasie freien Lauf lassen. Wenn die gestaltete Figur ganz durchgetrocknet ist, dann können Sie Ihr Kunstwerk bemalen, am besten mit selbstgemachter Kaseinfarbe aus Quark. Sie können aber auch das Pappmache´ farbig machen, einfach unter die Masse Mineralpigmente (z.B. Ultramarinblau) miteinmischen - fertig!.
[Seitenanfang]

1. Man nehme zunächst einen Eßlöffel Borax und löse diesen in einer Tasse mit warmen Wasser auf.
2. In ein Rührgefäß kommen 500g Magerquark, worin die Boraxlösung gut untergerührt wird.
3. Es folgt eine Aufschlußzeit (das Kasein im Quark reagiert mit dem Borax) von ca. 20 Minuten (einfach stehen Lassen). Durchrühren - fertig ist ein halber Liter Leim!
Mit dem Kaseinleim kann man nun Papier, Pappe, Holz, Stoff und vieles mehr verkleben.
Lampion aus Luftballon gebastelt
Blast einen Luftballon zur gewünschten Größe auf und beklebt ihn mit Seidenpapierschnipseln (mit Kaseinleim bestrichen). Nach dem Trocknen wird der Ballon angestochen und aus der Papierhülle gepult. Das Ergebnis ist ein fast unbrennbarer Lampion!
70 g Kreide (abwiegen auf Brief- oder Küchenwaage) werden in 25 ml Wasser eingerührt, dann mit 25 g Kaseinleim gut vermischt und mit wenig Wasser so verdünnt , wie man es haben möchte. Fertig ist weiße Farbe, die mit Pigmenten nach Wunsch eingefärbt werden kann.
Wichtig ist das Mischungsverhältnis, zu wenig Kaseinleim bedeutet das die Farbe später abfärbt (kreidet!).
[Seitenanfang]

Sämtliche Texte und Rezepte sind als Empfehlung und Anregungen für den privaten Benutzer bestimmt. Bei Versuchsbeschreibungen übernimmt der Autor keinerlei Haftung für Schadensersatzansprüche.
[Seitenanfang]
Tipps, die wir früher schon einmal für Sie bereitgestellt
haben finden Sie in unserem "Archiv"
|